E-Books auf dem iPad – eine Alternative?

Der Rummel um Apples schicke Flunder, die mittlerweile in der zweiten Ausgabe auf dem Markt ist, hat ein bisschen nachgelassen; Zeit, einmal nachzusehen, was das superflache Tablet im Alltag kann. Eine klassische Anwendung für das iPad, die sich durch Form und Format des Geräts automatisch ergibt, ist schlicht und einfach… Lesen.

Viele Magazine und Zeitungen haben bereits ihren Content in Apps umgesetzt und nutzen die Möglichkeiten des Pads – aber wie steht es um E-Books fürs iPad? Lohnt sich das Gerät auch für Leute, die nur einen besonders eleganten E-Book-Reader suchen? Die Antwort lautet ganz klar: Ja.

Natürlich ist das iPad teurer als zum Beispiel Amazons Kindle, der E-Book-Reader mit dem der amerikanische Versender als erster auf dem Markt war. Dafür bekommt man aber auch ein hervorragendes Display, das die Augen selbst bei langen Texten nicht ermüdet und vor allem: Farbe!

Im Gegensatz zu Amazons Tablet stellt das iPad E-Books, wenn sie denn entsprechend umgesetzt sind, in hochauflösender, fotorealistischer Farbe dar, mit einer Auflösung von 1024 Pixeln und auf einem Display mit einer Bildschirmdiagonale von fast fünfundzwanzig Zentimetern.

Das Display ist bei allen Lichtbedingungen perfekt ablesbar und dank IPS-Technologie (In-Plane-Switching) auch von der Seite und im spitzen Winkel zu benutzen. Das alles sieht wirklich phantastisch aus, und deshalb verzeiht man der Apple-eigenen E-Book-App dann auch ein paar Schönheitsfehler.

So sollte der Konzern aus Cupertino der Software mehr Schriften gönnen; die Serifenschriften, in denen man lange Texte am besten lesen kann, pixeln doch recht störend. Dafür entschädigt die „Umblätter-Animation” des Readers, die jedes andere Tablett, ob Kindle, Nook, Slate oder Dell, um Längen schlägt.

Die Illusion, tatsächlich ein Buch in der Hand zu halten, ist so perfekt, dass man sich dabei ertappt, die Seiten umblättern zu wollen. Und da der iPod-Reader natürlich, wie von Apple gewohnt, die Fähigkeiten des Touchscreens maximal nutzt, ist das, per Fingertipp, auch kein Problem. Alles genauso, wie man es vom iPhone kennt, nur größer und schöner.

Und wo bekommt man jetzt das „Lesefutter” für sein iPad her? Zum Beispiel bei iTunes, wo Apple einen eigenen E-Book-Store im ImageWrite-Format anbietet. Auf das riesige Angebot von Amazon, wo man auch zahlreiche kostenlose E-Books findet, greift man einfach über die Kindle-App für das iPad zu, die auf dem Gerät den Amazon-Reader simuliert.

Und weil es gerade in Deutschland noch einige Konfusion mit proprietären Formaten gibt, die große Buchhandelsketten mit eigenen Tablets bedienen und auch Apple sein E-Publishing nach außen abschirmt, sollte man sich Konvertierungs-Apps wie Stanza, Calibre und, für PDFs, GoodReader herunterladen, die Formate wie EPub zumindest ansatzweise auf dem iPad lesbar machen.

Bleibt zu hoffen, dass dieser Formatwirrwarr sich zukünftig von selbst erledigt, denn ansonsten ist das Gerät auch bei E-Books fürs iPad das Mittel der Wahl.


iPad2